Christine Pfenninger
Lebens- und Unternehmensberatung

Newsletter Januar 2022

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

das Jahr 2021 ist nahezu um, und es war wirklich turbulent und außergewöhnlich, in vielerlei Hinsicht. Rechtzeitig zum Jahreswechsel möchte ich wie jedes Jahr nun wieder einen Blick in die Zukunft wagen, ins herannahende 2022. Was mag es uns bringen? Wenn ich mit allen meinen Sinnen zum Jahr 2022 hinspüre, kommt bei mir dieses Mal ein einziger Begriff an - das Wort "gleißend"...

 

Es hat mich gelinde gesagt verblüfft, dass es dieses Mal nicht ein Bild ist, das in mir aufstieg, sondern eine Begrifflichkeit. Dieser bin ich mittlerweile nachgegangen, und dabei kam Verschiedenes zum Vorschein. Zuallererst sei vorausgeschickt: Das Wort "gleißend" steht erst einmal wertfrei im Raum. In seiner Definition steht es im Zusammenhang mit "Licht" und bedeutet Folgendes:

Blendend, sehr hell, grell, leuchtend, neon, stark glänzend, stark reflektierend, spiegelnd, (metallisch) glänzend, prächtig, strahlend, leuchtkräftig.

 

Gleißendes Licht finden wir beispielsweise beim Schweißen - dieses Licht ist so blendend hell, dass es unsere Augen verletzten würde, wenn wir direkt in die Lichtquelle hineinblicken. Daher ist es beim Schweißen unbedingt erforderlich, eine Schutzbrille zu tragen, um unsere Augen vor diesem grellen Licht zu schützen.

Gleißendes Licht findet sich auch bei sehr starker Sonneneinstrahlung - etwa in der Wüste oder am Meer. Auch beim Autofahren nachts und bei zusätzlich nasser Fahrbahn begegnet uns häufig gleißendes Licht in Form von Scheinwerfern entgegenkommender Autos. In der Regel handelt es sich also um eine hohe Konzentration, um eine Überfülle an Lichtenergie. In hoch konzentrierter Form schadet uns das Licht, es verletzt uns. Dabei ist Licht an sich weder positiv noch negativ - es ist reine Energie und damit wertfrei. Nur die Konzentration des Lichts - ein Zuviel oder ein Zuwenig davon - ist es, die uns Menschen beeinflusst. Ein Mangel an Licht etwa, wie ihn Menschen in nördlichen Ländern und an den Polarkreisen erleben oder wie ihn Gefangene wahrnehmen, die lange eingekerkert sind, können zu Gesundheitsstörungen verschiedener Art bis hin zu Depressionen führen, wie wir heute wissen. Der Entzug von Licht genauso wie das Gegenteil, ein Überfluten mit grellem Licht war (und ist) eine weit verbreitete Foltermethode, um Gefangene mürbe zu machen.

 

 

Kennen Sie übrigens das Höhlengleichnis von Platon (428 - 348 v.Chr.)?  Hier  ist es in seiner ursprünglichen Fassung zu finden und nachzulesen. Stark vereinfacht geht diese Geschichte so:

 

Die Menschen sitzen in einer Höhle. Sie sind so gefesselt, dass ihr Blick nur in eine Richtung geht, nämlich zu einer Wand, an der Schatten zu sehen sind. Die Schatten rühren von Dingen her, die am Licht (Feuer) vorbeigetragen werden. Da dieses Licht in ihrem Rücken liegt, halten die Menschen die Schatten aber für die Wirklichkeit, da sie nichts anderes kennen.

Befreiung

Eines Tages kommt einer der Gefangenen frei. Völlig verwirrt und geblendet taumelt er ins gleißende (Tages-)Licht. Noch völlig benommen kann er nichts klar sehen und erkennen, die Augen tun ihm weh. Er kann nicht glauben, dass die Schatten, die die Menschen in der Höhle für die Wirklichkeit gehalten haben, nur ein Abbild waren. Augenscheinlich zeigt das helle Licht dem Menschen das, was wirklich ist. Als der befreite Gefangene die Sonne als Lichtquelle ausmacht, wird der Schmerz noch stärker. Erst nach und nach gewöhnen sich seine Augen und seine Sinne an die gleißend helle Umgebung. Auch außerhalb der Höhle sieht der befreite Gefangene als erstes die Schatten. Dann kann er die Spiegelungen im Wasser erkennen, und zu guter Letzt, als er aufschaut, kann er die Dinge in ihrer Wirklichkeit sehen. Zum ersten Mal in seinem Leben kann der befreite Mensch nun das wahre Leben wahrnehmen, die Natur und Schöpfung in allen ihren wunderbaren Facetten. Und schließlich kann er den Blick sogar zur Sonne heben, zur gleißenden Quelle des Lichtes, und er begreift, dass sie der Ursprung und die zentrale Kraft allen Lebens ist.

Rückkehr in die Höhle

Der Befreite ist fasziniert und begeistert und denkt sofort an die Gefangenen, die in der Höhle sitzen und immer noch die Schatten an der Wand für die Wirklichkeit halten. Er will ihnen unbedingt von seiner Erfahrung berichten! Die Gefangenen loben und ehren untereinander noch diejenigen, die die Schatten am schärfsten sehen und am genauesten vorhersagen können, welcher wohl als Nächstes an der Wand erscheinen wird. Dem Befreiten erscheint dies wie ein Hohn, da er jetzt die Wahrheit kennt; die Ehrung durch die Gefangenen ist ihm daher nichts wert. Als der Befreite in die Höhle hinabsteigt, müssen sich seine Augen wieder umgewöhnen. Anfangs sieht er kaum die Schatten an der Wand und hört nur die Gefangenen lachen über seine "verdorbenen Augen". Sie möchten ja gar nicht da hinauf, sagen sie! Stattdessen sind sie bereit, jeden Menschen, der sie (er)lösen und zum Licht hinaufbringen will, zu packen und wenn nötig sogar zu töten...

 

 

Wie finden Sie diese Geschichte? Erstaunlich, wohin das Wort "gleißend" geführt hat; es eröffnet den Zugang zu ganzen Welten und einer Fülle an Botschaften und Geschichten. Bei Platons "Befreitem", den die übrigen Gefangenen am liebsten töten würden, musste ich unweigerlich an die Jesus-Geschichte denken. Ihn, den "Lichtbringer", haben die Menschen dann tatsächlich getötet. Dabei hat Platon Jahrhunderte vor Jesus gelebt - als hätte er dessen Lebensgeschichte vorausgeahnt... Nicht umsonst feiern die Christen am 25. Dezember - kurz nach der Wintersonnwende und damit zu der Zeit der längsten Schatten und des größten Mangels an Licht - offiziell die Geburt Christi. Was für ein "Zufall"...

 

Kennen Sie auch den Begriff der "Seraphim"? Es heißt in den abrahamitischen Religionen, dass es sich dabei um Engel, also um Lichtwesen handeln soll, die von Gott erschaffen wurden und ihm untergeordnet sind; sie sollen neben dem Thron Gottes stehen und den Menschen in ihrer Gestalt ähnlich sein. Das Wort "Seraphim" bedeutet im Hebräischen "die Brennenden" oder "die Feurigen" und steht auch für "Schlange". Es heißt außerdem, dass ein Mensch, der einem "Seraphim" von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen würde, auf der Stelle tot umfallen würde.

Mich erinnert diese Geschichte an eine Überfülle von Energie, wie wir sie beispielsweise bei einer Atomexplosion finden. Man kann sich die Gestalt eines "Seraphim" wohl als eine höchste Konzentration von Lichtfrequenz vorstellen, die einen Sterblichen mit ihrer feurigen Energie buchstäblich versengen würde.

 

In der Bibel - die ihrem Ursprung nach zuallererst einfach eine Ansammlung und Zusammenstellung von uralten Geschichten, Weisheiten und Überlieferungen ist - finden sich meiner Meinung nach eine riesige Zahl an Grundwahrheiten. Wir werden sie erst wirklich verstehen lernen, wenn wir ihre Geschichten nicht allzu wörtlich nehmen, sondern sie als Gleichnis betrachten und in ihrer Symbolik übersetzen. Aus diesem Grund hat auch der weise Mensch Jesus sich hauptsächlich der Bildsprache und der Gleichnisse bedient. Er genauso wie Platon wusste bereits, dass Bilder und Geschichten die Menschen überdauern und ihren Wahrheitsgehalt über Zeit und Raum hinaus behalten. Die alten Geschichten sind auf diese Weise betrachtet nach wie vor brandaktuell und können uns einen Weg aufzeigen, gerade unsere heutigen Schwierigkeiten zu meistern - und den Weg aus der dunklen Höhle ins Licht zu finden!

Übrigens, der Psychologe C.G. Jung hat diese archaische Art des Geschichtenerzählens in der Neuzeit aufgegriffen. Seine Erkenntnisse und Deutungen von Märchen, Mythen und Archetypen können uns helfen, den Wahrheitsgehalt uralter Geschichten, Fabeln und Gleichnisse und ihre tatsächliche und nach wie vor wichtige Botschaft an uns Menschen herauszufinden.

 

Mein Fazit für das Jahr 2022:

Um den Schwierigkeiten und Herausforderungen dieser lauten, grellen, hektischen, hochfrequenten Zeit angemessen begegnen zu können, sollten wir uns nicht länger von den Schatten (den Auswirkungen von Corona-Krise, Klimawandel etc.) beirren lassen. Wir können uns dafür entscheiden, uns ausschließlich dem Licht zuzuwenden - auch wenn uns das gleißende Licht erst einmal blenden, verwirren, ja sogar schmerzen sollte. Anpassung, Mitwachsen und Mitschwingen ist m.E. die Lösung, und dies kann jeder Einzelne nur für sich selbst entscheiden und umsetzen! Sie können dies gerne mit dem Januar-Sonntagsritual  tun, mit anderen energetischen Übungen oder speziell mit dem "AUNDA healing". Dazu möchte ich Sie in besonderem Maße einladen, getreu dem Motto:

 

Wende Dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich.

 

 

Mit herzlichen Licht-Grüßen

Ihre Christine Pfenninger