Christine Pfenninger
Lebens- und Unternehmensberatung

Newsletter Mai 2020

Liebe Leserin, lieber Leser,
 

was sind das für verrückte Zeiten! Rein äußerlich gesehen scheint alles beim Alten zu sein - mal abgesehen von all den Menschen mit Mundschutz, die zur Zeit überall zu sehen sind und das Straßenbild prägen. Die Sonne scheint, der Frühling ist da, die Natur blüht und entfaltet sich in allen erdenklichen Farben. Und doch lauert hinter allem unsichtbar eine Bedrohung. Es ist wie in der Tierwelt; das scheinbare Paradies hat seine Tücken und ist letztendlich lebensgefährlich. Tiere vergessen dies niemals; sie bleiben stets wachsam bei aller Lebenslust und Verspieltheit.

 

Die Natur hat ihren ganz eigenen Rythmus, und jedes Tier begreift sich instinktiv als Teil von ihr. Jede Tierart hat ihren Platz in diesem Tanz gefunden und spielt ihre Rolle im großen Zusammenspiel. Sie ist Teil der Nahrungskette und ein unverzichtbarer Bestandteil im großen Ganzen. Jedes Tier, jede Pflanze, jedes Element und Detail hat seinen Platz in der Nahrungskette und auf dem Planeten Erde, frisst und wird gefressen, verwandelt sich, transformiert, ist in Bewegung. Das ist wie in einem Orchester: alle Instrumente spielen und fügen sich zusammen - es wogt und gleitet hin und her, schwillt an und ab, rauscht, wird lauter und leiser, verändert sich unablässig, immer in Bewegung. Das Leben ist wie Ebbe und Flut, ein ständiges Wogen und Gleiten, ein Einatmen und Ausatmen - der Atem des Lebens.

 

Wir Menschen hingegen meinen immer, etwas Besonderes und Außergewöhnliches zu sein, und tatsächlich sind wir das ja auch in gewisser Weise - wir sind die einzige "Tierart", die bewusst denkt und handelt (sollte man jedenfalls meinen...). Trotzdem haben auch wir unseren Platz in dieser großen Sinfonie der Natur, und das sollten wir endlich begreifen. Wir spielen eine Rolle in diesem Ganzen, eben unsere, die menschliche Rolle. Aber auch alle anderen Wesen auf Erden haben ihren Zweck, ihre Daseinsberechtigung. Wir Menschen sehen viel zu häufig andere Wesen, andere Lebensformen als Bedrohung an, und das sind sie manchmal ja auch. Aber es geht meiner Meinung nach nicht darum, diese auszurotten, zu vernichten, weil sie uns angreifen könnten. Es geht darum, ein allgemeines Gleichgewicht zu finden, eine Balance im Zusammenleben. Die Naturvölker haben dies verstanden; sie leben mit der Natur und allen ihren Lebewesen, nicht gegen sie. Wir dagegen, die "zivilisierten Völker", leben ein Leben der Dominanz, des Machtverhaltens, der Ausrottung und Vernichtung von allem, was uns bedrohlich erscheint oder nicht unserem Vorteil dient, und dadurch bringen wir das natürliche Gleichgewicht erst recht in die Schieflage. Wenn wir das Leben auf Erden als Spiel begreifen würden, als einen einzigen großen Tanz aller Beteiligten, dann würden wir dies alles leichter nehmen. Wir würden unsere Position einnehmen und ganz einfach mittanzen...

 

Und so lade ich Sie ein, sprichwörtlich "ins Leben hineinzutanzen", alles mit möglichst viel Freude und Gelassenheit zu betrachten und weich mitzuschwingen vor allem mit den derzeitigen Geschehnissen. Das ist vermutlich die beste Form, dem Leben mit all seinen Wechselfällen zu begegnen. Der Tanz in den Mai, den viele Menschen so lieben und schätzen, musste ja leider in diesem Jahr tatsächlich ausfallen. Aber vielleicht macht uns gerade das derzeitige Fehlen dieser Möglichkeit bewusst, wie viel Freude, wie viel Glück und Lebenslust wir unserer Existenz auf Erden verdanken, wie gesegnet wir im Allgemeinen sind. "Leben und leben lassen" heißt die Devise. Daher: Haben Sie ein Herz für alle anderen, die ebenfalls mittanzen in diesem großen Reigen - für alle Mitmenschen egal welcher Herkunft, Rasse, Hautfarbe oder Religion, für alle Tiere, Pflanzen und Wesenheiten, und ja, auch für alle Kleinstlebewesen wie Bakterien und Viren. Dann entfällt jeder Kampf - bei aller gebotenen Vorsicht, versteht sich.

 

Wir können also entweder die Betonung auf Kampf, Ablehnung und Ausrottung legen und werden somit ständig am Kämpfen sein. Oder aber wir verneigen uns vor dem Leben und wenden unsere Wahrnehmung den jeweils positiven Seiten anderer Lebewesen zu. Viele von Ihnen kennen bestimmt EM-Kulturen - die Kraft und Wirkungsweise von "Effektiven Mikroorganismen" (nähere Informationen dazu finden Sie u.a. hier). Sie sind ein interessantes Beispiel dafür, wie wir die Kraft von Kleinstlebewesen auf positive Weise für uns nutzen können - bei der Hausarbeit, auf dem Feld, im Garten und in Gewässern oder zur Stärkung unseres Immunsystems. Es ist immer eine Sache der Sichtweise oder besser gesagt der Balance...

 

Da die derzeitigen Umstände aufgrund der Corona-Krise völlig neue und andere sind als in all den Jahren zuvor, möchte ich Sie dazu einladen, kreativ zu werden und dieser Variante des Lebens möglichst offen zu begegnen - machen wir das Beste daraus! Vielleicht mögen Sie dazu auch das Mai-Sonntagsritual nutzen. Jede Schwierigkeit, alle Wechselfälle des Lebens beinhalten die Möglichkeit zu wachsen und zu lernen, geschmeidig zu werden und zu bleiben und sich noch besser anzupassen. Wir brauchen nur die Natur beobachten und es ihr gleichtun - das nennt sich Evolution... In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen wunderschönen Wonnemonat Mai.

 

Mit herzlichen Maigrüßen

Ihre Christine Pfenninger