Christine Pfenninger
Lebens- und Unternehmensberatung

Newsletter August 2020

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

Robert Betz schreibt in seinem aktuellen Newsletter: "Wer sich nicht selbst bewegt, der wird bewegt..." Ich finde, das ist ein Motto, das die derzeitige Zeitqualität sehr gut beschreibt. Unser Leben steckt gerade in einer großen Wandlungsphase - man könnte dies auch mit einem Geburtsvorgang beschreiben, und niemand kann sich diesem Prozess entziehen. wir müssen mit. Jedoch die Art, ob wir dies nun freiwillig tun oder gezwungenermaßen hindurchgeschleust werden, dies macht den großen Unterschied. Wenn wir uns gegen die anstehenden Entwicklungen sperren, lamentieren oder mauern, dann wird es schmerzhaft und anstrengend. Wenn wir dagegen entspannt und frei mitschwingen mit der Zeitqualität, dann "sitzen wir wie die Vögel auf einer Hochspannungsleitung und putzen uns das Gefieder"...

 

Diese Zeit der Wandlungen und Veränderungen ist eine große Herausforderung für uns als Menschheit. Wer hätte noch vor einem Jahr gedacht, dass sich unser Leben innerhalb kürzester Zeit so gravierend verändern würde! Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich zum ersten Mal von Corona gehört hatte. Zu dem Zeitpunkt war mir das Potential dieser Erkrankung nicht bewusst. Tatsächlich hat aber dieses winzige Etwas, genannt COVID-19, etwas geschafft, was bisher undenkbar gewesen war - es hat uns als gesamte Menschheit erst einmal ausgehebelt, uns in unsere (menschlichen) Schranken verwiesen, uns schachmatt gesetzt. Dieses Virus lehrt uns Demut, und wir selbst dürfen entscheiden, ob wir uns beugen und den neuen Gegebenheiten so gut wie möglich anpassen (gerade die Mikroorganismen kennen diesen Prozess und sind Meister darin...) oder ob wir und unsere Gesellschaft daran zerbrechen. Langsam wird jedem von uns bewusst, dass nichts mehr so ist wie vorher, und dass dies noch auf längere oder lange Sicht so bleiben wird. Wir werden von der Natur und damit vom Schicksal herausgefordert, sozusagen "trainiert", uns anzupassen und mutig und beherzt neue Wege zu suchen und zu gehen. Je nach unserer inneren Haltung kann dies entweder als fürchterlich und Angst einflößend erlebt werden. Oder aber wir begreifen diese neue Situation als Chance, als Herausforderung, als kreativen Prozess.

 

Finden Sie nicht auch, dass es fast eine Erleichterung ist zu wissen, dass wir nicht allmächtig sind? Der Mensch ist das größte Raubtier und hat sich in der Vergangenheit "die ganze Welt unter den Nagel gerissen". Nun sind wir auf ein noch größeres Raubtier gestoßen, das uns in unseren menschlichen Allmachtsfantasien endlich zurechtweist und uns in unsere Schranken verweist. Bisher war nichts vor dem menschlichen Eroberungsdrang sicher. Ich finde es fast beruhigend zu wissen, dass die Natur sich zu wehren weiß und Mittel und Wege findet, uns als Menschheit Demut und Respekt zu lehren vor der Schöpfung und allen ihren Geschöpfen und Bewohnern. Das nimmt uns die alleinige Verantwortung für unser Handeln von den Schultern und stellt ein verloren geglaubtes Gleichgewicht wieder her - zwischen allen Arten und Lebewesen dieser Erde. Können Sie dies so sehen wie ich? Ich hoffe es!

Zeiten der Bedrängnis bringen und brachten schon immer das Beste im Menschen zum Vorschein - seine ganze Liebe, Mitmenschlichkeit, Fürsorge, Kreativität, seinen Gemeinschaftssinn und ein hingebungsvolles Miteinander. Wir Menschen entscheiden, was uns wichtig ist und wofür wir uns einsetzen wollen. Wir können uns gegenseitig unterstützen und helfen. Oder aber wir können in einem egoistischen und kleinen Denken verharren, uns ausschließlich um uns selbst kümmern und nur unser eigenes Hab und Gut sichern - dann wird in dieser schwierigen Zeit vieles verloren gehen, was letztendlich jeder Einzelne von uns wieder zu spüren bekommen und schmerzlich vermissen wird. Wir haben uns eine wundervolle Kulturlandschaft erworben - denken Sie nur an all die Dinge, die wir bisher als selbstverständlich genommen haben. Wir konnten jederzeit ins Theater, in Konzerte, Opern, Open Airs, Ausstellungen, Museen gehen, in Restaurants mit Gerichten aus aller Welt, in Sportarenen und Veranstaltungen aller Art. Haben wir diese Dinge tatsächlich zu schätzen gewusst? Oder haben wir uns in eine übersättigte und dekadente Konsumgesellschaft verwandelt vergleichbar dem alten Rom?

 

Ganz ehrlich - ich begreife diese Herausforderung durch COVID-19 hauptsächlich als Chance für uns Menschen und als ein Zurechtrücken unserer menschlichen Werte. Und als eine Möglichkeit, dass wir unseren Platz auf Mutter Erde wieder in verantwortungsvollerer Weise als bisher mit allen seinen anderen Geschöpfen teilen in dem Bewusstsein, dass es uns Menschen letztendlich nur dann gut gehen kann, wenn wir auch allen anderen Bewohnern der Erde Achtung und Respekt zollen und uns als Teil eines großen Ganzen betrachten.

 

 

Mit herzlichen August-Grüßen

Ihre Christine Pfenninger

 

PS: Meine aktuellen Termine finden Sie übrigens hier!